Passgenaue Spitze – punktgenau!


Drittes Ersa Tools-Webinar zu Lötkolben und Lötspitzen

Wichtigste Entscheidung nach Auswahl des Lötkolbens: die Lötspitze
Wichtigste Entscheidung nach Auswahl des Lötkolbens: die Lötspitze
Die passende Lötspitze macht beim Handlöten immer wieder den Unterschied
QFP einlöten mit Hohlkehlspitze oder angeschrägter Lötspitze
  
 


Weitere Ersa Webinar-Termine

 

 

Wertheim, 14.05.2020
Nach „Handlöten – First Steps“ und „Sinnvolle Ausstattung des Lötarbeitsplatzes“ stellte das dritte Ersa Webinar für Lötwerkzeuge den Lötkolben und dazu passende Lötspitzen in den Mittelpunkt. Als Handlöt-und-Rework-Experte führte wieder Ersa Verfahrens- und Prozesstechniker Frank Kappel durch das Thema. Vier Blöcke waren für den 90-minütigen Webex-Termin „Kernstück eines Lötkolbens – die richtige Lötspitze, Auswahl und Pflege“ angesetzt, der mit 25 Online-Teilnehmern wie die beiden Vorgänger komplett ausgebucht war.


Als erste wichtige Frage wurde geklärt, nach welchen Kriterien beim Handlöten die Lötspitzenauswahl erfolgt – Antwort: Man wählt die Lötspitze, die in Form und Größe am besten zur Lötstelle passt und damit die bestmögliche Wärmeübertragung gewährleistet. Wie in den vorangegangenen Webinaren wurde Ersa Experte Frank Kappel nicht müde zu betonen, dass das Handlöten ein Handwerk sei, bei dem unermüdliches Üben neben der Auswahl des richtigen Equipments zwingende Voraussetzung sei für perfekte Lötergebnisse. Im zweiten Block ging es um einsetzbare Heiztechnologien im Lötkolben – grundsätzlich seien dabei zwei Ansätze zu unterscheiden: eine von außen beheizte Lötspitze, bei der das Heizelement direkt in der Spitze sitzt, und ein innenliegendes Heizelement, auf das die Lötspitze aufgesteckt wird. Nachteilig bei einer von außen beheizten Lötspitze sei, dass der die Spitze umschließende Heizkörper die Energie nicht nur an die Spitze weiterleitet, sondern auch einen nicht unbeträchtlichen Teil direkt an die Umgebung abgibt. Als ökonomischer und ökologischer empfehle sich ein Wechselsystem mit interner Heiztechnologie, die letztlich leistungsfähiger und effizienter sei.


Im weiteren Verlauf wurden gängige Lötspitzenformen wie Bleistift, Meißel, Messer, Hohlkehl- und gebogene sowie Sonderformen vorgestellt. Anfänger sollten in der Regel zu einer Lötspitze in Meißelform greifen, die grundsätzlich universell einsetzbar ist. An kleinere Lötstellen sollten sich jedoch eher versierte Handlöter mit Bleistiftspitzen wagen. Letztlich geht es in allen Fällen darum, in kurzer Zeit die richtige Temperatur in die Lötstelle einzubringen. Am Beispiel zweier Meißel-Lötspitzen (3,2 mm und 5,0 mm) wurde anschaulich aufgezeigt, wie unterschiedlich die Lötperformance trotz scheinbarer kleiner Dimensions-Unterschiede ausfallen kann. Ebenso wurden verschiedene Möglichkeiten zur Pad-Reinigung vorgestellt – etwa mit angeschrägter Spitze und Entlötlitze oder mit sogenannten ZDLF-Spitzen – und zum QFP-Einlöten per angeschrägter oder Hohlkehlspitze. Damit die Lötspitze immer gute Ergebnisse liefert und über einen möglichst langen Zeitraum einsetzbar bleibt, sollte schließlich auch die Lötspitzenpflege nicht zu kurz kommen. Ob mittels Metallwolle in einem Ablageständer, vorsichtigem Abwischen an einem passenden, nicht zu feuchten Schwamm oder per Reinigung mit einer Messingbürste. Nicht vergessen am Ende des Reinigens: immer wieder neues Lot zuführen für eine möglichst lange Standzeit!


In der abschließenden Frage-Antwort-Runde ging es detailliert in die Tiefe – zum Beispiel gab es Hinweise dazu, woran man verschlissene Lötspitzen erkennt, welche Standzeit eine Spitze habe und wie mit Chip-Kondensatoren umzugehen sei. Aufgrund des großen Interesses und vieler Anfragen sind bereits weitere Webinar-Termine zu den Lötwerkzeugen angesetzt.