Ersa Webinar „Handlöten – First Steps“


Know-how-Kanal jetzt auch für Lötwerkzeuge

Ersa Webinar „Handlöten – First Steps“ am 06. Mai 2020
Ersa Webinar „Handlöten – First Steps“ am 06. Mai 2020
Alles bereit für das erste Ersa Tools-Webinar – Moderation, Produktmanagement und Experte sind präpariert
  
 


Weitere Ersa Webinar-Termine

 

 


Wertheim, 06.05.2020
Mit dem ersten Tools-Webinar „Handlöten – First Steps“ erweiterte Systemlieferant Ersa seinen digitalen Know-how-Kanal jetzt um den Bereich Lötwerkzeuge. In seiner Funktion als Verfahrens- und Prozesstechniker bei der Ersa GmbH begrüßte Frank Kappel die 25 via Webex-Meeting zugeschalteten Teilnehmer, unterstützt von Ersa Produktmanager Julian Gress und Ersa Key Account Managerin Handel Katharina Fertig. 90 Minuten waren angesetzt, um in die Welt des Handlötens einzutauchen und Variablen wie Lot, Flussmittel, Leiterplatte, Lötkolben und Lötprozess näher kennenzulernen. Den Teilnehmern mit Lötvorkenntnissen wurden theoretische Grundlagen und relevante Prozessparameter vermittelt, um künftig selbst optimale Lötstellen identifizieren zu können. Da Handlöten ein Handwerk sei, brauche es zur Herstellung funktionaler Lötstellen neben technischem Know-how vor allem auch Fingerfertigkeit, die durch wiederholtes Üben entstehe.


Beim Weichlöten wird ein Zusatzmetall verwendet – das sogenannte Lot, verfügbar als Barren, Stangen, Lotdraht und Lotpaste. Die Lot-Schmelztemperatur liegt unterhalb des Grundwerkstoffs (unterhalb 450 °C), die Lötfläche wird benetzt, ohne selbst aufzuschmelzen. Häufig wird dabei auf Lotlegierungen aus Zinn, Silber und Kupfer zurückgegriffen. In dem Zusammenhang erwähnte Frank Kappel die Bleifreiverordnung, die für industrielle Anbieter (auch professionelle Instandsetzer) gelte – von Ausnahmen im Bereich Luftfahrt oder Verteidigung einmal abgesehen. Wichtig ist auch das Flussmittel, das die Benetzung fördert und eine gute Ausbildung der Lötstelle gewährleistet. Das Flussmittel, erhältlich in großen 5-l-Gebinden, aber auch als Gel oder Pen bzw. als Lötdraht mit einer oder mehreren Flussmittelseelen, erfüllt eine dreifache Aufgabe: chemisch (Oxidation aufbrechen), thermisch (Wärmefluss fördern) und physikalisch (Reaktionsprodukte entfernen). Für die meisten Reparaturaufgaben empfehle sich ein mild aktivierendes Flussmittel.


Weiter thematisiert wurde die Leiterplatte als Basisträger, die es in einseitiger, doppelseitiger oder Multilayer-Ausführung gibt und je nach Qualität aus Phenolharz-Hartpapier (FR2), Expoxy-Hartpapier (FR3), Epoxy-Glasgewebe (FR4/5) oder Polyester-Glasmatte (FR6) besteht. Beispiel für eine hochintegrierte Multilayer-Platine mit 16 und mehr Lagen, die fast jeder griffbereit bei sich trägt, ist das Smartphone.


Weiter zum Lötkolben, was sollte dieser leisten? Klein, handlich, leistungsstark, kurze Aufheizzeiten, Energiesparfunktion, gelötet wird 2-5 s bei 350 bis 380 °C. Der i-TOOL etwa verfügt über ein 150 W Heizelement und einen Sensor, der die reale Spitzentemperatur nahe der Lötstelle misst. Entscheidend ist vor allem eine für die Lötstelle passende Lötspitze, damit diese ohne Beschädigung von Bauteil oder Leiterplatte möglichst viel Wärmeenergie übertragen kann. Beim manuellen Lötvorgang wird eine Wärmebrücke gebildet durch Lotdrahtzufuhr zwischen Spitze und Anschluss – ein idealer Zustand liegt vor, wenn das Lot Pad und Pin beidseitig benetzt und eine konkave Ausformung und ein flacher Kontaktwinkel entsteht.


Zum Schluss des Webinars wurden Fragen beantwortet, etwa zum Lötprozess in Verbindung mit Kupfer und Aluminium bzw. mit Aluminiumelementen. Die Experten-Empfehlung lautete, in solchen Fällen ein spezielles Flussmittel zu verwenden. Weitere Ersa Webinare für die Lötwerkzeuge sind bereits geplant und in Vorbereitung.